Bevor die große Chorprobe beginnt, entsteht im Raum eine ruhige und konzentrierte Atmosphäre, in der sich Stimmen sammeln können, bevor der volle Klang des Chores einsetzt. Einige Sängerinnen nutzen diese frühe Stunde, um bestimmte Stellen in Ruhe zu wiederholen, an ihrer Technik zu arbeiten oder einfach mit etwas mehr Zeit in den Abend zu starten. Diese Möglichkeit ist kein Zusatzprogramm und keine Verpflichtung, sondern ein offener Raum für diejenigen, die merken, dass ihnen ein wenig mehr Aufmerksamkeit für die eigene Stimme guttut.
Da wir zu zweit leiten, können wir in dieser Stunde sehr flexibel arbeiten. Es ist problemlos möglich, Themen zu trennen, unterschiedliche Bedürfnisse parallel zu begleiten oder bei Bedarf sogar kurze Einzelarbeit zu ermöglichen. Dadurch entsteht eine Arbeitsweise, die im großen Chor kaum möglich wäre: konzentriert, individuell und ohne Zeitdruck. Manche Sängerinnen möchten Übergänge glätten, andere suchen nach einem stabileren Klang oder möchten herausfinden, wie sich ihre Stimme freier anfühlt. Wieder andere genießen einfach die Gelegenheit, ohne Eile zu singen und sich auf das eigene Hören zu konzentrieren.
In dieser frühen Stunde widmen wir uns je nach Bedarf kleinen technischen Übungen, die Atem, Resonanz oder Beweglichkeit unterstützen, und wir nehmen uns Passagen vor, die später in der Probe eine Rolle spielen. Es geht nicht um Perfektion, sondern um ein besseres Gefühl für die eigene Stimme und um die Freude daran, sich selbst ein Stück weiterzuentwickeln. Wenn einzelne Stimmen sicherer werden, wirkt sich das auf den gesamten Chor aus, weil mehr Stabilität, Gelassenheit und Bewusstsein in die gemeinsame Musik einfließen.
Wer das Gefühl hat, dass diese zusätzliche Zeit hilfreich sein könnte, ist jederzeit willkommen. Es braucht keine Voraussetzungen und keinen besonderen Anlass, nur die Bereitschaft, der eigenen Stimme ein wenig Raum zu geben und den Abend in Ruhe zu beginnen.
Einfach schon um 18.00 Uhr kommen. 😎
